Die      Themen      von      Blues-Songs      sind      schnell      aufgezählt: Liebeskummer,   Alkohol   und   böse   Chefs.   Manchmal   geht   es   auch um   die   Rechtfertigung   des   eigenen   Tuns.   „The   same   over   again“, immer   wieder   das   Gleiche,   singt   Canned   Heat,   die   erste   Band   der „Magic Blues Night“ im ausverkauften hannoverschen Capitol. Peter   Green   und   John   Mayall   folgen   mit   Variationen   des   immer gleichen    Blues-Themas.    Dennoch:    Das    ist    es,    was    1800    Blues- Enthusiasten   hören   wollen.   Blues   und   nichts   als   Blues      sechs Stunden Nostalgie in zwölf  Takten. Die   immer   gleichen   Songformeln   und   repitiven   Rhythmusmuster mögen   Musikwissenschaftler   stören,   nicht   aber   wahre   Bluesfans. Sie    schwören    auf    die    tiefen    Emotionen,    die    kurze,    prägnante Bluessongs schüren. An diesem Abend wird es ihnen oft warm ums Herz.
Die Blues-Erwecker aus San Francisco, Canned Heat zelebrieren ihren seit 36 Jahren  unverwechselbaren Boogie-Bluesrock mit viel Charme und Wärme.
Um halb zwölf legt er los  -  der Vater des weißen Blues… John Mayall . Die   Lichtgestalt   des   britischen   Blues   zeigt   keine   Formschwäche:            vitaler   Bluesrock   mit   allem,   was diese Musik braucht  -  rauchige Stimme, kernige Gitarrenriffs und packende Mundharmonika-Soli. Jetzt   trägt   es   Großformat   Buddy   Whittington,   der   eine   tierische   Gitarre   hinlegt,   mit   rotzigen   Riffs und   brillanten   Läufen   Mayalls   Blues   neu   akzentuiert.   Der   Meister   selbst,   im   November   2016   wird   er 83 ,    heizt    seine    Musiker    an,    als    wär    er    junge    55.    Oldies    wie    „Room    to    move“    verweigert    er konsequent,   featured   sein   Album   „Stories“   bis   kurz   vor   ein   Uhr   nachts   auch   die   Letzten   der   Blues getroffen hat.
Artikel vom 22.03.2003 in der HAZ & NP
Capitol Hannover
Richtig los geht’s bei Peter Green, der einst bei Fleetwood Mac die Gitarrentöne schweben ließ wie zarte Wölkchen am Sommerhimmel. Vor sieben Jahren feierte er sein Comeback, und sein alter Freund Nigel Watson muss ihm mächtig den Rücken stärken. Doch beim "Albatros" schweben die Wölkchen wieder, und bei "Black Magic Woman" webt die Band einen der satt rockigen Musikteppiche, die ins Irgendwo abheben. Dazu die Original Hammond-Orgel von Roger Cotton: Sixties pur.